Weltmeistertitel für Lea Knudsen im Karate für den VfL Kellinghusen Budo Sport Kellinghusen

Lea
Lea ist Weltmeister

Super Erfolg für die Kellinghusener Karatesparte. Mit 4 Jahren begann Lea mit dem Karate, nach vielen deutschen Meistertiteln und guten Platzierungen bei Europameisterschaften holte sie nun auch souverän den Weltmeistertitel.

Sie überzeugte nicht nur die Kampfrichter, auch die Gegner hatten nach der ersten Runde so viel Respekt, dass Lea im Finale gegen eine Italienerin mit 6 zu 1 Punkten vorzeitig zum Sieger ernannt wurde.

Am Mittwoch, den 18.11. machten sich 7 Starter mit Betreuer Uta und Himmet Kaysal, Cheftrainer aus Kellinghusen mit dem Flieger auf nach Mailand. Von da aus ging es dann nach Lignano in der Nähe von Venedig, wo der Treffpunk mit den anderen Startern für Deutschland lag.

Am Donnerstagmorgen wurde dann die offizielle Eingangskontrolle gemacht, der Pass und auch das Gewicht kontrolliert. Hier vergab der Veranstalter die Kategorien der Starter und auch die Poollisten.

Der World Cup des ältesten Karateverbandes World United Karate Organization WUKO war mit 1980 Startern sehr gut besucht.

Die Nationen haben die Möglichkeit immer 2 Starter in einer Kategorie zu melden. In Leas Pool war auch eine Starterin aus Nürnberg im Bereich Kata. Im Kumitebereich (Kampf) gab es keine Starter aus Deutschland. In allen Pools waren viele Italiener und Rumänen vertreten, aber auch Starter aus Argentinien, Panama, Kuba und Indien waren anwesend.

Der erste Einsatztag war dann der Freitag, wo Marcel Kühn, Leo Sansom und auch Robin Kaysal antreten mussten.

Die erfahrensten Starter waren hier Marcel und auch Robin. Der Leo hatte in seiner Gruppe leider große Altersunterschiede und damit war er seinen Kontrahenten unterlegen und schied in der 2. Runde in den Bereichen Kate und auch Kumite aus. Für ihn war der World Cup mit seinen 11 Jahren seine erste Großveranstaltung, aber bestimmt nicht seine letzte.

Marcel im Bereich Kata
Marcel im Bereich Kata 3. Platz

Als nächstes musste Marcel im Bereich Kata (imaginäre Gegner) starten. Mit 14 Kandidaten war das ein großer Pool, aber auch hier alles machbar. Marcel legt mit der Einstiegs-Kata Heian Godean und danach Kanko Sho eine super Leistung hin und belegte mit der 3 Höchstbewertung einen 3. Platz und sicherte somit den ersten Podiumsplatz. Im Bereich Kumite musste er in der ersten Runde von seinem Gegner aus Rumänien einen harten Treffer am Bauch einstecken und fand nicht mehr in den Kampf zurück, so dass sein Gegner eine Runde weiter kam.

Robin Kaysal
Robin Kaysal

Als nächstes kam der erfahrenste Kämpfer Robin Kaysal zum Zug. In der ersten Runde besiegte er seinen Gegner vorzeitig. Mit 6:0 Punkten in der 2. Runde unterlief ihm wieder einmal der Fehler, dass er die Fehlentscheidung der Kampfrichter nicht akzeptierte und sich aufregte, dass der Kampf zu hart sein würde. Sein Gegner aus Italien wurde zwei Mal hart am Körper erwischt, dann kam es zu einer weiteren Fehlentscheidung. Robin wurde disqualifiziert und konnte somit nur noch um den 3. Platz kämpfen. Diesen Kampf gewann er wieder vorzeitig gegen einen Kubaner und holte den 2. Titel der WM. Der Trainer und auch Robin wussten, es wäre mehr möglich gewesen. 

Damit ging der erste Wettkampftag zu Ende.


Am Samstag waren dann die Formenläufer am Start.


Hier starteten Lea Knudsen, Aaron Kühn und Arvid Böttner aus Bad Bramstedt, Karate Verein Bushido Bad Bramstedt.

Hier waren nur die Braun- und Schwarzgurtträger an der Reihe, also ein sehr hohes Niveau. Alle Starter kamen ins Viertelfinale, da musste sich der Aaron geschlagen geben. Lea und Arvid erreichten das Viertelfinale, wo sie sich aber geschlagen geben mussten und sich den 5. Platz sicherten. Auch dieses eine sehr gute Leistung, da der Kata-Bereich nicht das Steckenpferd der Kellinghusener ist.

Somit ging der Samstag ohne einen Podiumsplatz für Kellinghusen zu Ende. Ein Starter aus Nürnberg holte dann für das DM Team einen 3. Platz, ansonsten schieden alle deutschen Teilnehmer in der ersten Runde aus.

Am letzten Turniertag die Entscheidung.

„Jetzt kommt der Bereich, wo wir die Titel holen“, puschte der Trainer Himmet Kaysal sein Team.

Als erstes mussten Aaron Kühn mit der besten Leistung vor dem Turnier und Max Gerwien an den Start, beide vor wenigen Tagen 15 Jahre alt geworden. Sie mussten nun in der neuen Altersklasse antreten, Cadets bis 17 Jahren. Auch Robin Kaysal startete in der höheren Klasse mit seinen 14 Jahren.

Hier merkte man eindeutig, dass die Ost- und Südeuropäer körperlich reifer und auch aggressiver waren.

Robins erster Gegner war ein Kämpfer aus Italien, gebaut wie ein 19 jähriger, der Robin viel beschäftige mit Ausweichen und harten Treffern. Hier konnte Robin sehen, wie sich sonst seine Gegner fühlen. Der Kampf ging über die gesamten 2 Minuten und endete mit der Niederlage für Robin. Sein Gegner kam weiter und stand dann Aaron gegenüber. Aaron hatte einen super Start, sein Gegner aus Argentinien hatte keine Chance. Aaron war doppelt so schnell, so dass Aaron vorzeitig den Kampf gewann, er zog sich lediglich eine Verletzung am Fuß zu. Aaron hatte den Gegner bei seinem Kampf gegen Robin beobachten können. Aber auch hier war der Gegner immer ein Hundertstel scheller als Aaron und bekam die Punkte, so dass auch Aaron diese harte Nuss nicht knacken konnte. Für ihn war damit die WM gelaufen. Der letzte Kellinghusener Max kam bis ins Halbfinale, da unterlag er dem Italiener vorzeitig und belegte einen schönen aber undankbaren 4 Platz.


Zeitgleich auf einem anderen Pool startete Lea Knudsen im Bereich Sanbon Kumite -52 KG Frauen bis 21 Jahre. In der ersten Runde hatte Lea eine Rumänin, die 2 Köpfe größer war. Lea setzte alles um was beim Training geübt wurde, machte sich klein und wartete auf Konter. Diese bekam sie auch und überrannte mehrmals die Gegnerin mit Kombinationstechniken zum Kopf. Lea gewann mit 6:0 Punkten vorzeitig. In der nächsten Runde wartete die erste Italienerin, die auch ihren Kampf gewann. Lea musste hier zwei Treffer einstecken, es gab auch hier Unstimmigkeiten bei den Kampfrichtern, aber sie blieb cool und gewann diesen Kampf mit 5 zu 2 Punkten. Dieser Sieg war der Einzug ins Finale, wo die nächste Italienerin wartete. Uns war klar, dass hier die Treffer eindeutiger sein mussten, denn es waren von fünf Kampfrichtern drei aus Italien. Lea ging den Kampf kontrolliert an, wartete auf den Konter, aber die Gegnerin machte keinen Anstalten anzugreifen, also legte Lea los und überrannte die Italienerin mit Kombinationen zum Kopf und Bauch, so dass die Gegnerin nichts machen konnte und wie starr da stand und sich nicht wehrte. Lea nutzte diese Unkonzentriertheit und setzte innerhalb von 15 Sekunden zwei weitere Treffer. Sie holte mit 6:1 den vorzeitigen Sieg und damit den World Cup nach Kellinghusen. Der gesamte Verein ist stolz auf sie. Lea startete noch in einer anderen Kategorie, dort belegte sie „nur“ den 3.Platz.

Dieses war jetzt nach dem 1. Platz aber auch nicht mehr so tragisch.


Damit hat Kellinghusen die meisten Titel für die Deutsche Mannschaft errungen, eine konstante super Leistung des Trainers Himmet Kaysal. Gesamtergebnis für den VfL Kellinghusen: 1xWeltmeistertitel, 3 x 3. Platz, 2 x 4. Platz, 2 x 5. Platz.