Erfolgreiche verbandsoffene Deutsche Meisterschaft in Essen.

DM Essen
Die Sieger von Essen

Am Wochenende fuhren die Karate- und die Kickboxsparte des Budo Sport Nord zur 14. Internationalen Deutschen Meisterschaft nach Essen. Bei dieser Meisterschaft sind unterschiedliche Kampfkünste vertreten, Taekwando, Kung Fu, Kickboxen und Karate.

Frei nach dem Motto „Wir schauen über den Tellerrand fuhren fünf Fahrzeuge in Kellinghusen los und brachten die 13 Starter in einer dreieinhalbstündigen Fahrt an ihr Ziel nach Essen. Vierzig Vereine aus 5 Ländern Belgien, Holland, Luxemburg und Italien ließen ihre Starter antreten, insgesamt 350.

Der Cheftrainer Himmet Kaysal war mit den Newcomern Kira Kubera (8 Jahre alt) und Jermery Doryn (6 Jahre alt) in einer Gruppe, die bis 10 Jahre ging, ein großes Risiko eingegangen, da gerade in der Altersstruktur die Entwicklung sehr groß ist. Mit dem Katabereich ging es los. Hier trat als erster aus dem Kellinghusener Verein Jeremy Doryn an. Nach anfänglicher Nervosität und beruhigenden Worten der Betreuer zeigte er eine sehr gute Leistung und erhielt nach dreimaligem Vorzeigen seiner Kata den zweiten Platz. Auch Kira Kubera hatte 10 Gegner, gab aber wie gewohnt ihr Bestes und konnte mit dem Deutschen Meistertitel Kata nach Hause fahren. Jetzt war der Zeitpunkt für Veteran Marcel Kühn, der bereits auf der EM startete und zahlreiche Deutsche-Meister-Titel sein Eigen nennt. Hier gab es leider durch Kampfrichterentscheidung im Stechen im Finale 2:1 Punkte gegen Marcel. Leider musste sich Marcel mit dem Vize-Deutschen-Meistertitel geschlagen geben.

Dieses Turnier war sehr Taekwondolastig, viele Kampfrichter betrieben nur diese Kampfsportart, so dass die Bewertungen teilweise nicht nachvollziehbar waren. Es unterlagen im Finale Joumana Lätsch Frauen über 35, Max Gerwien und Lea Knudsen Frauen bis 35 Jahre den Lokalvereinen und belegten super Vizemeistertitel. In der Gruppe Jugendliche bis 17 Jahren konnten die beiden Starter Aaron Kühn und Robin Kaysal die Konkurrenz hinter sich lassen und standen sich dann im Finale gegenüber. Beide zeigten 3 Katas (Formenlauf), im Finale dann hatte Aaron die bessere Performance und sicherte sich vor seinem Vereinskollegen den Deutschen Meistertitel.

Nach dem Formenlaufen begannen die Semiekontakt-Kämpfe.

Hier wurde auch ein anderes System genutzt, nicht wie beim Karate oder aus dem Kickboxen.

Nach strittige Diskussionen um die Schutzausrüstung mussten alle Kämpfer mit Boxhandschuhen 10 OZ starten. Dieses war für Jeremy und auch Kira nicht einfach, da diese Handschuhe schon 1,5 Kilogramm wiegen, Karatefaustschützer dagegen nur 300 Gramm. Auch die Größe macht die Schwierigkeit aus, desweiteren war voller Kontakt erlaubt, so dass beide in der zweiten Runde ausschieden. Beide hatten Gegner, die 10 Jahre alt waren. Jeremy jagte seinen Gegner des Öfteren aus dem Ring und landete Treffer, aber auch hier spielt die Vereinszugehörigkeit eine große Rolle. Das gleiche Schicksal hatte Marcel Kühn, der zum Einzug ins Finale einen Unterleibstritt kassierte und nicht mehr weiter kämpfen konnte.

Nach den Kämpfen legten die Vereinskollegen Robin Kaysal und Max Gerwien so richtig los, sie absolvierten bereits viele Kämpfe, aber auch Karate mit Boxhandschuhen war etwas Neues. In der Gruppe Jungen bis 17 Jahre, unter 65 kg, beide 14 Jahre, räumten sie die Gruppe auf, so dass beide im Finale standen. Auch hier wurde sich nichts geschenkt, Robin erlangte mit einem 2 Punkte Vorsprung seinen 17. Deutschen Meistertitel. Auch Max kann mit seinem 2 Platz sehr zufrieden sein. Jetzt startete Aaron Kühn in der Gruppe bis 17 Jahren unter 60 KG.

Aaron musste gleich dreimal siegen, damit er im Finale stehen konnte, sein Gegner kam aus Belgien. Aaron erhielt mehrmals eine Verwarnung ohne ersichtlichen Grund, seine Treffer wurden zum Teil nicht bewertet. Aaron ging mit einem Punkt Unterschied 8:7 aus der Partie heraus und bekam den Vize-Deutscher-Meistertitel.

Jetzt war die Zeit der Frauen, Lea Knudsen Damen ohne Altersbeschränkung, nur Gewicht unter 55 kg. 6 Starter gab es in der ersten Runde. Leas Gegnerin, eine Kämpferin aus Belgien hatte keine Chance. Lea gewann knapp mit 8:6 Punkten in der zweiten Runde. Nun hatte sie eine gegnerische Kämpferin aus Bayern, eine Koreanerin, 35 Jahre alt, aber Lea gewann diesen Kampf mit 9:1 Punkten. Im Finale stand wieder eine Kämpferin aus Belgien aus dem Nationalkader Kickboxen vor ihr. Dieser Kampf war eine ganze Zeit ausgeglichen, 30 Sekunden vorm Ende lag Lea mit 2 Punkten im Vorsprung, bekam aber einen unglücklichen Tritt gegen den Halsbereich. Für Lea war ein Fortführen des Kampfes nicht möglich, somit auch hier ein super zweiter Platz. Die älteste Starterin am heutigen Tag war Joumana in der Gewichtsklasse  unter 65 kg. Sie erkämpfte sich das Finale, wo sie nicht die Ruhe hatte und immer wieder in die Techniken der Gegnerin geriet und so mit 6:3 Punkten unterlag, auch hier ein Vize-Meistertitel.

Gegen 17 Uhr, also nach 6 Stunden, durften die Kickboxer nun endlich starten.

Es gab gleich 3 Starter in der Altersklasse bis 17 Jahren, aber mit unterschiedlichem Gewicht.

Jan-Nikas Mohr begann diese Gruppe -65 kg. Für ihn war es sein erstes Turnier, er war sehr aufgeregt, kämpfte die erste Runde trotzdem ordentlich. In seinem zweiten Kampf stand er schon im Finale, hatte einen Black-out und ließ sich von seinem Gegner durch den Ring jagen, dieser gewann vorzeitig mit 10:1 Punkten. Da erwarten die Trainer in der Zukunft mehr, auf jeden Fall ist der Jan-Niklas eine Bereicherung für den Verein.

In der Klasse + 65 kg waren Leevin Zill und auch Kim Petrick Gosch. Beide gewannen ihre Vorkämpfe und standen sich wie schon häufiger im Finale gegenüber. Bis dato konnte der Kim die Kämpfe gegen seinen Vereinskollegen überzeugend gewinnen, heute aber waren die beiden Runden sehr ausgeglichen und beide gaben sich einen Schlagabtausch, bei dem der Kampfrichter des Öfteren ermahnen musste lockerer zu machen. Es gab zum Schluss einen 9:8 Sieg für den Kim, aber Leevin hatte die bessere Kondition. Hätte der Kampf noch 20 Sek angedauert hätte Leevin gewonnen, da Kim am Ende seiner Kräfte war, ein schöner Kampf.

Als Letztes startete der Co-Traier Marco Kaysal, in seiner Gruppe waren auch Starter, die Plus 80 kg wogen, Marcos eigentliche Gruppe ist unter 80 kg.

Sein erster Kampf wurde durch den Gegner nach 15 Sekunden abgebrochen, dieser war total unterlegen. Marco hatte ihm zwei Leberhaken verpasst und schon fiel das Handtuch. Der zweite Kampf, ein Gegner aus Holland + 80 kg, war eine große Herausforderung. Er hatte eine sehr gute Deckung, so dass Marco viele seiner Treffer nur gegen die Deckung des Gegners platzieren konnte. Trotzdem ging die erste Runde an Marco, in der zweiten Runde legte der Gegner noch einen Gang zu, so dass Marco viel aus der Rücklage heraus arbeiten musste. Dieses kostet viel Kraft und kurz vorm Ende verletzte sich Marco an der Schulter, beide hatten einen Haken geschlagen, sein Gegner blieb mit dem Ellbogen an Marcos Schulterblatt hängen. Marco kämpfte zu Ende, gewann deutlich mit 3:0, konnte aber das Finale nicht mehr kämpfen, so dass er sich den 2. Platz sicherte.

Im Ganzen ein gelungenes Turnier, 4 Deutsche Meistertitel und 14 Vize-Meistertitel, also ein erfolgreiches Wochenende.